ÐÏࡱá>þÿ ¯±þÿÿÿ­®ÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿÿì¥Á` ø¿ cbjbjËsËs 2€©© [ÿÿÿÿÿÿ¤       4üüüüTP4 pxŽŽŽŽi�ù4-!!!!!!$hxšE IiiIIE  ŽŽÛZ‰‰‰I Ž Ž‰I‰‰  ‰Žl ð�LA¬íÈüS ‰p0 ‰]"‰‰ §xII‰IIIIIEE III IIII4448Ä4448444      ÿÿÿÿ Sozialkapital und Erwachsenenbildung John Field, Universität ºÚÁϲ»´òìÈ Das Thema Sozialkapital wird seit einigen Jahren heiß diskutiert. Im Wesentlichen versteht man darunter „soziale Netzwerke, die daraus entstehenden Wechselwirkungen und deren Wert für das Erreichen von gemeinsamen Zielen“ (Schuller, Baron und Field 2000, 1). Seit Durkheim beschäftigen sich Soziologen mit den Eigenschaften sozialer Beziehungen. Das Neue am Konzept des Sozialkapitals ist, dass es von uns verlangt, eine große Bandbreite an sozialen Bindungen und Netzwerken holistisch, also ganzheitlich zu sehen. Und als Ressource, die von Menschen angewendet wird, um ihre Interessen durch die Zusammenarbeit mit anderen voranzutreiben. Das Konzept des Sozialkapitals verbreitete sich rasch innerhalb der Sozialwissenschaften, was hauptsächlich den Schriften einer einzigen Person zu verdanken ist. Robert Putnam ließ seiner bahnbrechenden Studie über die Rolle von freiwilligen Vereinen in der Wirtschaftsgeschichte Italiens eine imposante Beweisanalyse folgen, die auf einen signifikanten Rückgang des Engagements der BürgerInnen in den USA schließen lässt (Putnam 2000). Putnam legte Daten vor, die zeigen, dass das Engagement der Zivilbevölkerung sowohl in Italien als auch in den USA stark positiv mit Bildung, Gesundheit, wirtschaftlichem Wohlstand und mentaler Gesundheit in Verbindung gebracht wird sowie in deutlich negativer Verbindung mit Verbrechen steht. Der Zusammenbruch des Zivilengagements in den USA stellt für Putnam eine absolute Katastrophe dar. Unabhängig von Putnam hatte James Coleman bereits aus funktionalistischer Perspektive heraus argumentiert, dass elterliches Sozialkapital eine soziale Netzwerkressource darstellt, die Kindern hilft, bessere Bildungserfolge zu erreichen. Dieses Konzept wurde auch vom einflussreichen französischen Theoretiker Pierre Bourdieu verwendet, der einmal mehr unterstrich, wie Macht und Ungleichheit durch die ungleiche Verteilung von Sozialkapital über die sozialen Klassen hinweg verstärkt würden (Bourdieu 1984). In kurzer Zeit entwickelte sich diese Debatte zu einer sehr allgemeinen, und meines Erachtens nach auch zu einer wichtigen. Sie zeigt Berührungspunkte mit einigen Disziplinen in den Sozialwissenschaften, wie z.B. den Erziehungswissenschaften. Die Debatte hat ein breites Publikum an politischen EntscheidungsträgerInnen erreicht, darunter die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD 2001) und die Europäische Kommission (Europäische Kommission 2005a). Sie hat sogar ihren Nachhall in der breiten Öffentlichkeit gefunden, und hier speziell in den USA, wo Putnams Diagnose die Besorgnis vieler Menschen über die Auswüchse von Individualismus und Habgier widerspiegelt. Die Erforschung der Beziehungen zwischen Sozialkapital und Erwachsenenbildung stellt daher eine außerordentlich wichtige Aufgabe von sowohl wissenschaftlicher als auch praktischer Tragweite dar. Netzwerke als Lernressourcen Die Beziehung zwischen Sozialkapital und lebenslangem Lernen ist ein Bereich, in dem dieser Ansatz nun vermehrt angewandt wird. Natürlich baut er auf bereits existierenden Forschungen in verwandten Disziplinen auf. ErwachsenenbildungsforscherInnen haben in vielen Ländern die Beziehungen zwischen Erwachsenenbildung und aktivem Engagement von BürgerInnen untersucht, sowohl vor historischem als auch zeitgenössischem Hintergrund. Es finden sich ähnliche Arbeiten zu den Themen Erwachsenenbildung und Gemeinschaft und Erwachsenenbildung und ehrenamtlicher Arbeit. Somit ist nicht alles neu, was Putnam nachfolgt. Aber auch wenn einige der Themen aus dieser Sozialkapital-Debatte seit Jahren im Umlauf sind, so wurden sie doch eher separat angesprochen und auf eingeschränkter Beweisbasis. Das Konzept des Sozialkapitals fordert uns heraus, empirische Untersuchungen und theoretische Analysen durchzuführen, um herauszufinden, wie die zwischenmenschlichen Netzwerke den Zugang der Menschen zum und deren Teilnahme am Lernen beeinflussen. Oder wie die Teilnahme von Erwachsenen am und ihre Einstellung zum Lernen wiederum ihre sozialen Netzwerke prägen und umgestalten können. Helfen soziale Netzwerke den Menschen, untereinander Fertigkeiten, Wissen und Standpunkte zu entwickeln und auszutauschen? Und ermöglichen es ihnen diese wiederum, weitere Vorteile und Nutzen zu erfahren? Ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Leute, die über mehr Sozialkapital – also stärkere und weitläufigere Netzwerkbeziehungen – verfügen, eher neue Dinge lernen als Menschen mit weniger Sozialkapital? Und wird das Lernen der Menschen von den verschiedenen Arten von Netzwerken, die sie pflegen, beeinflusst? Unterscheiden sich Netzwerke in ihrer Qualität? Hat die Aneignung von neuen Fertigkeiten und Wissen einen Einfluss darauf, wie die Leute ihre sozialen Beziehungen handhaben? Ist die Erwachsenenbildung Teil eines Modernisierungsprozesses, ja sogar einer radikalen Entzauberung, die die Bindung an bestehende Beziehungen zerstören und die Menschen ermutigen könnte, eine individualisiertere Haltung ihren zwischenmenschlichen Loyalitäten gegenüber einzunehmen? Da sowohl soziale Netzwerke als auch das Lernen erstrebenswerte Ressourcen sind - beide helfen uns, weitere Vorteile zu genießen (darunter die reine Freude daran, etwas Neues zu lernen oder unseren Freundschaftskreis zu erweitern) – können uns diese Fragen auch dabei helfen, neue Überlegungen zur Wirtschaftsentwicklung und dem sozialen Zusammenhalt anzustellen. Das politische Ausmaß Seit der ersten Veröffentlichung von James Colemans bahnbrechender Studie besteht ein beachtliches Interesse an der Beziehung zwischen Sozialkapital und Humankapital (Coleman 1988). Coleman wies nach, dass die Leistungen von Schulkindern umso besser ausfielen, je enger die Beziehungen zwischen LehrerInnen, Eltern, NachbarInnen und Geistlichen waren. Diese Erkenntnis wurde anschließend sowohl in einer Reihe von Wiederholungsstudien als auch in Studien mit anderen Ansätzen eingehend untersucht (Field 2008). Zahlreiche Studien befassen sich mit der Rolle von Netzwerken in der Wirtschaft und legen den Schwerpunkt dabei auf zwei Hauptthemen: Prozesse des Innovations- und Wissensaustausches (z.B. Maskell 2000) und Muster der Arbeitsplatzsuche und Arbeitskräftebeschaffung (Field 2008). Erst in jüngerer Zeit hat sich der Schwerpunkt hin zur Rolle des Sozialkapitals in Prozessen des Erwerbs und der Verbesserung von Fertigkeiten unter berufstätigen Erwachsenen verschoben (z.B. Green et. al. 2003). Der Zusammenhang zwischen Sozialkapital und Erwachsenenbildung hat in letzter Zeit im europäischen Kontext eine größere Bedeutung erlangt. So versucht die erweiterte europäische Agenda seit einigen Jahren nicht nur im Hinblick auf die Bereiche Bildung und Ausbildung die Anforderungen des Wettbewerbs mit der Aufrechterhaltung des sozialen Zusammenhaltes auszubalancieren. Hinzu kommt noch das umfassende Interesse an der Förderung einer europäischen Staatsbürgerschaft. Als Folge des Gipfeltreffens in Lissabon im Jahre 2000 konzentriert sich die Kommission stark auf den wirtschaftlichen Wettbewerb, unterstreicht aber weiterhin die Bedeutung der sozialen Erneuerung als zentrales Element im verstärkten globalen Konkurrenzkampf. Die „Sozialagenda“ der Kommission setzt seit Lissabon auf den Aufbau von Sozialkapital als eines ihrer Grundprinzipien (Europäische Kommission 2005a, 2). Aus diesem Grund finanzierte sie ein Benchmarking-Programm zum Sozialkapital, um Informationen in die sozialpolitische Debatte einfließen zu lassen (Europäische Kommission 2005b). Das Konzept des Sozialkapitals wurde auch übernommen, um jene Faktoren zu untersuchen, die dem wirtschaftlichen Wettbewerb in den Regionen der Europäischen Union zugrunde liegen (Mouqué 1999, 63-72). Detailliertere Forschungsarbeiten wurden auch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD 2001) sowie von der Weltbank (Weltbank 2001) durchgeführt. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit sehen diese zwischenstaatlichen Einrichtungen die Verknüpfung von Human- und Sozialkapital als wichtiges Element im Streben nach einer sozial-nachhaltigen Strategie in den Bereichen Wettbewerb und Entwicklung. Sozialkapital und sein Einfluss auf die Erwachsenenbildung Vom Begrifflichen her ist die Beziehung zwischen Sozialkapital und Erwachsenenbildung per se ziemlich komplex. Die Menschen können ihr Sozialkapital verwenden, um sich auf vielerlei Art und Weise Zugang zu Fertigkeiten und Wissen zu verschaffen. So können sie zum Beispiel ihre Beziehungen auf sehr direktem Weg nutzen, um herauszufinden, wie man neue Dinge macht, wie zum Beispiel einen Arbeitsprozess zu leiten, behördliche Auflagen zu erfüllen oder einen neuen Markt zu erschließen. Dieser Prozess kann auch indirekter ablaufen: In einem komplexen und sich schnell verändernden Ausbildungsmarkt wird gute Reputation durch Mundpropaganda verbreitet und beeinflusst dadurch die Auswahl des Anbieters und auch das Vertrauen, das die Menschen in ihre AusbildnerInnen haben. Auf sehr allgemeiner Ebene kann die Stärke sozialer Bindungen die generelle Einstellung gegenüber Innovationen und Veränderungen prägen und auch bestimmen, wie gut einzelne Gruppen mit externen Schocks oder plötzlichen Veränderungen in der äußeren Umwelt fertig werden bzw. sich diesen anpassen können. Und obwohl es möglich ist, dass die Beziehung zwischen Sozialkapital und lebenslangem Lernen gegenseitige Vorteile bringt, ist es ebenso vorstellbar, dass diese Beziehung negative Auswirkungen haben könnte. Starke gemeinschaftliche Beziehungen könnten zum Beispiel geringe Leistungsstandards verstärken und ein übermäßiger Verlass auf informelle Mechanismen des Informationsaustausches könnte den Bedarf nach formaleren und systematischeren Formen der Bildung und Ausbildung verringern (Field 2005; Strawn 2005). Im Allgemeinen finden sich in der Literatur über Schulausbildung und Sozialkapital Hinweise darauf, dass starke Netzwerke und schulische Leistungen sich gegenseitig verstärken (Schuller, Baron und Field 2000). ForscherInnen im Bereich schulische Leistung und Sozialkapital haben herausgefunden, dass gemeinsame Normen und stabile soziale Netzwerke sowohl die kognitive als auch soziale Entwicklung junger Menschen eher fördern, und zwar in dem Ausmaß, als das Sozialkapital zumindest teilweise andere Umwelteinflüsse, wie z.B. Volkszugehörigkeit und sozio-ökonomische Diskriminierung, ausgleichen kann. Dann wäre die Schlussfolgerung nur logisch, dass dasselbe auch weitgehend für das Lernen im Erwachsenenalter zutreffen muss. Das heißt, je mehr Sozialkapital in einer Region oder Gemeinschaft vorhanden ist, desto größer wären die Kapazitäten für gegenseitiges Lernen und eine Qualitätssteigerung des Sozialkapitals. Es liegen einige empirische Beweise vor, dass so eine nutzbringende Beziehung generell existiert, zumindest auf einer sehr allgemeinen Ebene. Durch die Verknüpfung von Resultaten aus der Weltwertestudie (World Values Survey) mit Daten über das Lernen im Erwachsenenalter ist es möglich, auf Länderebene eine regelmäßige und positive Verbindung zwischen allgemeinen Ebenen des (a) zwischenmenschlichen Vertrauens und (b) der Teilnahme von Erwachsenen am Lernprozess aufzuzeigen (Abbildung 1). Am oberen Ende der Skala stehen die skandinavischen Länder sowohl was das Vertrauen als auch die Beteiligung am Erwachsenenlernen anbelangt; am unteren Ende der Skala stehen in beiden Bereichen die post-kommunistischen Nationen. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es noch zwei andere Gruppen: Die südeuropäischen Länder befinden sich in beiden Bereichen nur ein wenig unter dem Mittelwert (speziell in punkto Vertrauen), währen die nord- und mitteleuropäischen Staaten, darunter Österreich, knapp über dem Mittelwert rangieren. In allen Fällen gibt es jedoch eine deutliche Verbindung zwischen beiden Positionen. Nur Großbritannien fällt aus dem Rahmen – es liegt beim Thema Vertrauen im Mittelfeld der übrigen Staaten, während es eine sehr hohe Beteiligungsrate am Erwachsenenlernen aufweist.  INCLUDEPICTURE "http://www.infed.org/images/illustrations/field_social_capital.gif" \* MERGEFORMATINET  Sehr allgemein gesprochen, scheint es nun, dass sich die Verbindung zwischen Vertrauen und Teilname der Erwachsenen am Lernen einigermaßen regelmäßig und positiv gestaltet. Natürlich muss dieses Urteil erst unter vielen Gesichtspunkten qualifiziert werden. Vertrauen kann immer nur ein sehr ungenauer und stellvertretender Indikator für Sozialkapital sein (dessen Messbarkeit sehr umstritten ist). Umfragedaten über die Teilnahme an Bildung beruhen auf spezifischen und leicht messbaren Definitionen für eine Aktivität, die überall verbreitet und höchst subjektiv ist. Und nichtsdestotrotz ist diese Verbindung so regelmäßig, dass sie schon auffallend ist. Ich habe diese Verbindung auch auf individueller Ebene mit Hilfe der Analyse von Umfragedaten für Nordirland untersucht (eine genauere Untersuchung findet sich in Field 2005). Auf sehr allgemeiner Ebene zeigen die Ergebnisse eine klare Verbindung zwischen einer positiven Einstellung gegenüber lebenslangem Lernen und einer positiven Einstellung gegenüber einer Vielzahl an verschiedenen Formen von Zivilengagement. Diese können von der Mitgliedschaft in einer Kirche bis zum organisierten Sport reichen. So weit stimmen die Umfrageresultate also mit dem Bild der gegenseitig gewinnbringenden Beziehung zwischen Sozialkapital und lebenslangem Lernen überein. Doch die Umfrage liefert aber auch Beweise, dass diese Verbindung sehr komplex ist. Im Wesentlichen entsprachen die quantitativen Umfragedaten dem so genannten bimodalen Muster: Eine positive Einstellung gegenüber lebenslangem Lernen fand sich am häufigsten bei jenen Personen, die überzeugt sind, dass ein bestimmtes Maß an Zivilengagement wichtig sei. Sie war aber auch häufig bei Menschen anzutreffen, die davon überzeugt sind, dass eben dieses Engagement unwichtig sei. Im Gegensatz dazu, war eine positive Grundhaltung gegenüber lebenslangem Lernen bei jenen Menschen am schwächsten ausgeprägt, die der Meinung waren, dass jegliche Form von Engagement „weder wichtig noch unwichtig“ sei. Somit fand man die positivsten Einstellungen gegenüber lebenslangem Lernen bei jenen Menschen, die die stärksten Gefühle für ein Engagement von BürgerInnen hegen. Jene, die dem Engagement positiv gegenüber eingestellt sind, zeigen ein regelmäßigeres und stärkeres Interesse an lebenslangem Lernen als jene, die eher negativ eingestellt sind. Beide Gruppen übertreffen jedoch klar jene Menschen, die weder für das Eine noch das Andere besonders starke Gefühle aufbringen. Interessanterweise zeigte sich dieses bimodale Muster am stärksten beim Engagement für kirchliche Aktivitäten. Wir müssen uns hier also mehr auf die „Ungebundenen“ konzentrieren als auf die einfache Unterscheidung zwischen „Engagement“ und „Nicht-Engagement“. Im Speziellen müssen wir zwischen den ‘Gleichgültigen’ (oder Passiven) und den aktiv ‘Ablehnenden’ unterscheiden. In diesem Fall sind die unterschiedlichen Einstellungen der Engagierten, Ablehnenden und Gleichgültigen am ausgeprägtesten, wenn es um ihren Einsatz bei kirchlichen Aktivitäten geht. Sie waren jedoch am unauffälligsten, wenn es sich um das Engagement in Gemeindegruppen handelt. Die Antwort auf diese Frage hat also das allgemeine Bild bestätigt: Die positivste Einstellung gegenüber einem aktiven Lernansatz fand sich in jener Gruppe, die aktiv engagiert ist und unabhängig von ihren Aktivitäten, gefolgt von der Gruppe der aktiv Ablehnenden. Die Gruppe mit den Gleichgültigen war einem aktiven Lernansatz gegenüber am wenigsten positiv eingestellt. Es liegen also einige Beweise dafür vor, dass das Sozialkapital einen eindeutigen, wenn auch komplexen, Einfluss auf die Teilnahme an und die Orientierung hin zur Erwachsenenbildung hat. Die Forschung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und viele Fragen sind bis dato unbeantwortet. So wurde bis jetzt zum Beispiel die Dimension der sozio-ökonomischen Ungleichheit noch sehr wenig erforscht, und dies trotz Bourdieus Hinweise auf die Rolle des Sozialkapitals bei der Aufrechterhaltung von Privilegien und Hierarchien. Der Einfluss der Erwachsenenbildung auf das Sozialkapital Forschungsarbeiten über den Einfluss der Teilnahme an Erwachsenenbildung auf die Entwicklung von sozialen Netzwerken zeigen einen ähnlich positiven Zusammenhang. Besonders wichtige Beiträge leistet hier das „Centre for Research on the Wider Benefits of Learning“. Die Arbeit dieser Gruppe von ForscherInnen stützt sich auf ein großes Pool an quantitativen und qualitativen Daten und hat gezeigt, dass die Teilnahme am Unterricht für Erwachsene zu einem kleinen, aber signifikanten Anstieg bei der Mitarbeit in freiwilligen Organisationen führt. Noch auffallender ist, dass sie anscheinend auch die soziale Toleranz erhöht (Schuller u.a. 2004). Einige ForscherInnen haben angedeutet, dass soziale Kompetenzen den Menschen helfen könnten, Übergänge im Leben erfolgreich zu meistern. So ist zum Beispiel die Fähigkeit, neue Freundschaftsnetzwerke zu bilden ein guter Indikator für Durchhaltevermögen bei Universitätsstudenten (Thomas 2002), während der Zugang zu informellen Netzwerken zunehmend wichtiger für die Bestimmung des Erfolges von jungen Menschen auf dem riskanten Arbeitsmarkt wird (Stauber, Pohl und Walther 2007, 9-11). Dieser Bereich ist dennoch ziemlich wenig erforscht und es fehlt nach wie vor an systematischer Forschung über den Einfluss der Erwachsenenbildung auf informelle zwischenmenschliche Netzwerke. Ulrich Beck stellte die zugegebenermaßen eher spekulative Behauptung auf, dass unter den höchst flexiblen und ungewissen Bedingungen der späten Moderne die neu geformten sozialen Beziehungen und sozialen Netzwerke nun individuell ausgewählt werden müssen. Soziale Bindungen werden obendrein immer reflexiver, so dass diese von den Menschen aufgebaut, gepflegt und ständig erneuert werden müssen (Beck 1992, 97). Aus diesem Grund ist die Frage nach dem Einfluss des Lernens auf Netzwerke im Laufe eines Erwachsenenlebens für die zukünftige Forschung sehr wichtig. Schlussfolgerungen Die möglichen Verbindungen zwischen Sozial- und Humankapital sind höchst signifikant für jene WissenschafterInnen und politischen EntscheidungsträgerInnen, die sich für die soziale und kulturelle Dimension von beruflicher Aus- und Fortbildung interessieren. Dass es eine Verbindung zwischen den beiden gibt, wurde in dieser Arbeit mit Hilfe der angeführten Beweise deutlich gezeigt. Darüber hinaus ist die Beziehung im Allgemeinen tatsächlich gewinnbringend, und zwar insofern, als beide Faktoren über verschiedene Indikatoren hinweg positiv miteinander verbunden zu sein scheinen. Wir müssen versuchen, eine allzu vereinfachte Unterscheidung zwischen den „Engagierten“ und den „Nicht-Engagierten“ zu vermeiden. Letztere Kategorie muss zumindest zwei Unterteilungen erfahren: in eine Gruppe, die hinsichtlich eines gewissen Engagements gleichgültig und unentschlossen ist, und in eine Gruppe, die eindeutiger entschieden hat, sich nicht zu engagieren. Natürlich liegen bis heute relativ wenige Forschungsergebnisse vor und die Schlussfolgerungen dieser Analyse müssen daher als vorläufig, wenn nicht gar spekulativ, angesehen werden. Die hier betrachteten Beweise versteht man möglicherweise am besten als ein Wegweiser, der die Richtung für zukünftige umfangreichere Forschungsaktivitäten weist. Es gibt jedoch ausreichende Beweise dafür, dass das Sozialkapital einen relativ positiven Einfluss auf die Erwachsenenbildung hat. Das hat wichtige Auswirkungen auf die Politik, angesichts der Autonomie, die den betroffenen AkteurInnen von Seiten der Regierung gewährt wird und der Risiken, die aus unbeabsichtigten Konsequenzen resultieren können. Bis jetzt weiß man noch relativ wenig über die Auswirkungen der Erwachsenenbildung auf das Sozialkapital. Zu diesem Thema muss daher in Zukunft mehr Forschung betrieben werden. Absolut deutlich ist jedoch, dass die Beziehung zwischen diesen beiden Bereichen von großer Bedeutung für die Politik und Praxis sowie für die Erziehungswissenschaften ist. Literaturnachweis Bourdieu, P. (1984) Distinction: A Social Critique of the Judgement of Taste, Routledge, London Coleman, J. S. (1988) Social Capital in the Creation of Human Capital, American Journal of Sociology, 94, Anhang, 95-120 Europäische Kommision (2005a) Communication from the Commission on the Social Agenda, Europäische Kommision, Brüssel Europäische Kommision (2005b) Specifications – Invitation to Tender Nr. VT/2005/025 Establishment of a Network on Social Capital, Europäische Kommision, Brüssel Field (2005) Social Capital and Lifelong Learning, Policy Press, Bristol Field, J. 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Von ihm sind zahlreiche Publikationen zur Erwachsenenaus- und -fortbildung erschienen. $%EFGˆ‰¯$ I J   ¡ Ò Õ I J Æ Ç h i { | ¡ ¢ ñò|}óôâã¹ìØìØÄ³¡³�³¡³¡³|³n³b³n³n³¡³¡³n³b³¡³¡³¡³h¥^üOJQJmHsHh¥^üCJOJQJmHsH!h!îCJOJQJmHnHsHu'hÔ1`h¥^üCJOJQJmHnHsHu#h¥^üB*CJOJQJmHphÿsH!h¥^üCJOJQJmHnHsHu'h¥^üB*CJOJQJaJmHphÿsH'h¥^üB*CJOJQJaJmHphÿsH%h¥^üCJOJQJaJmHnHsHu&%FGÇ }~›2mn„p!š% ( (G(}.27‹7:=¬AøøóéééáéééáééééáééééÖééé $dh¤d[$a$dh¤d[$ dh¤d¤d[$¤d[$¤d¤P[$ cý¹º|}~š›qrHIÍÎþÿ®¯¦§012¬­þÿÊË56efãä=Ilmnƒ„ÇíÜÐí½©ÜíÜíÜ›ÜíÜ›ÜíÜ›ÜíÐÜ›ÜíÜíÜ›ÜíÜí܈ܛÜÐí½©Ü$h¥^ü6�CJOJQJmHnHsHuh¥^üCJOJQJmHsH&h¥^ü5�B*CJOJQJmHphÿsH$h¥^ü5�CJOJQJmHnHsHuh¥^üOJQJmHsH!h¥^üCJOJQJmHnHsHu#h¥^üB*CJOJQJmHphÿsH-ÇÍ9:ã䂃 ™ š `!g!n!o!p!ú!û!ä"å"F#G#K$L$å$æ$™%š%a&b&˜&Ø&'' ( ( 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